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1. Wir schlagen nicht das ritvik-System vor, es ist Srila Prabhupada - in der letzten Anweisung. Selbst wenn es wie Christentum erscheinen mag, haben wir dennoch zu folgen, da es die Anweisung des Gurus ist.
2. Srila Prabhupada billigte deutlich die Vorstellung der Christen, weiterhin dem verstorbenen Jesus Christus als ihrem Guru zu folgen. Er lehrte, dass jeder, der den Lehren Christus folgte, ein Schüler war und die Ebene der Befreiung erreichen würde, die von Jesus Christus präsentiert wurde:
Madhudvisa: Gibt es irgendeinen Weg für einen Christen, ohne die Hilfe eines spirituellen Meisters, den spirituellen Himmel durch den Glauben an die Worte Jesus und seinen Lehren zu erreichen?
Srila Prabhupada: Wenn du die Bibel liest, folgst du dem spirituellen Meister. Wie kannst du sagen ohne spirituellen Meister? Sobald du die Bibel liest, bedeutet dies, du folgst der Anweisung von Jesus Christus, das bedeutet, du folgst dem spirituellen Meister.
Wo ist entsteht hier die Situation ohne spirituellen Meister zu handeln?
Madhudvisa: Ich bezog mich auf einen lebenden spirituellen Meister.
Srila Prabhupada: Spiritueller Meister ist nicht eine Frage von ... Spiritueller Meister ist ewig.
So ist deine Frage 'ohne spirituellen Meister'?
Ohne spirituellen Meister kannst du keinen Fortschritt in deinem Lebens machen.
Du magst diesen spirituellen Meister akzeptieren oder jenen spirituellen Meister. Das ist ein anderes Thema.
Du erhältst Wissen das befolgt werden sollte.
Wie du sagst 'durch das Lesen der Bibel', wenn du die Bibel liest, bedeutet das, du folgst dem spirituellen Meister, der von einem Priester oder einem Geistlichen in der Nachfolge Jesus Christus repräsentiert wird.
(SP Morgenspaziergang, 2/10/68, Seattle)
"Bezüglich dem Ziel der Geweihten von Jesus Christus, sie können in den Himmel gelangen, das ist alles.
Das ist ein Planet in der materiellen Welt. Ein Geweihter von Jesus Christus ist jemand, der strikt den zehn Geboten folgt. [...]
Deswegen ist die Schlußfolgerung, daß die Geweihten von Jesus Christus auf die himmlischen Planeten, die sich in dieser materiellen Welt befinden, befördert werden." (SP Brief an Bhagavan, 2/3/70)
"Jemand, der sich tatsächlich von Jesus Christus leiten läßt, wird zweifellos
Befreiung erlangen."
(Vollkommene Fragen, Vollkommene Antworten, Kapitel 9, S 110)
"... Oder die Christen folgen Christus, einer großen Persönlichkeit. Mahajano yena gatah sa panthah. Du folgst einem mahajana, einer großen Persönlichkeit [...] Du folgst einem acarya, wie die Christen, sie folgen Christus, acarya. Die Mohammedaner, sie folgen acarya, Mohammed. Das ist gut. Du mußt einem acarya folgen [...] evam parampara-praptam." (SP Konversation, 20/5/75, Melbourne)
3. Dieser Einwand 'Christen' zu sein ist ironisch, da das gegenwärtige Guru-System in ISKCON selbst bestimmte christliche Prozeduren adoptiert hat:
_ Die Theologie des GBC, Gurus zu wählen, ist dem System des Kollegiums der
Kardinäle, die in der katholischen Kirche Päpste wählen, ähnlich.
"Abstimmungsvorgänge [...] für Guru-Kandidaten [...] die von den
abstimmenden Mitgliedern festgelegt werden [...] stimmen für Guru-Ernennung ab [...] durch eine zwei Drittel Mehrheit der GBC [...] alle GBCs sind Kandidaten für die Ernennung als Guru."
(GBC Resolutions)
4. Ähnlich nennt sich der GBC selbst "die höchste kirchliche führende Körperschaft der ISKCON" (Back To Godhead 1990-1991): wiederum 'christliche' Terminologie.
Diese bestimmten 'christlichen' Praktiken wurden niemals von Jesus gelehrt, und wurden von Srila Prabhupada verurteilt:
"Weltliche Stimmen sind nicht dazu berechtigt, einen Vaisnava-acarya zu wählen. Ein Vaisnava-acarya ist selbstleuchtend; deshalb besteht zu seiner Ernennung keine Notwendigkeit ein Gerichtsurteil heranzuziehen." (CC Madhya, 1.220, Erläuterung)
"Srila Jiva Gosvami rät, keinen spirituellen Meister anzunehmen, der seine Berechtigung aus erblichen oder herkömmlichen gesellschaftlichen und kirchlichen Konventionen herleitet." (CC Adi, 1.35, Erläuterung)
6. "Die ritviks geben eine Art diksa. Srila Prabhupada ist nur unser siksa Guru."
1. Die Funktion des ritvik-Priesters unterscheidet sich von jener des diksa Gurus. Seine einzige Aufgabe besteht darin, dem diksa Guru bei der Einweihung von Schülern zu helfen, und diese Schüler nicht als die seinigen zu initiieren.
2. Der ritvik-Priester beaufsichtigt nur die Einweihungsprozedur, gibt einen spirituellen Namen, aber führt nicht einmal notwendigerweise das Feuer-yajna aus. Dies wurde normalerweise vom Tempelpräsidenten gemacht - und er ist sicherlich nicht der diksa Guru.
3. Warum nicht Srila Prabhupada das zu erlauben, was er sein will? Er ist sicherlich unser siksa Guru, doch wie er deutlich am 9. Juli zu verstehen gab, sollte er auch unser diksa Guru sein.
4. Da Srila Prabhupada unser vorherrschender siksa Guru ist, ist er sowieso unser de facto diksa Guru, da:
_ Er das divya jnana oder transzendentales Wissen gibt - Definition von diksa.
_ Er die bhakti lata bija pflanzt - Definition von diksa.
Gottgeweihte können auch bei den obigen zwei Aktivitäten helfen (durch Predigen, Buchverteilung usw.), doch sie sind vartma-pradasaka Gurus, nicht diksa Gurus.
5. Der vorherrschende siksa Guru wird normalerweise auch zum diksa Guru:
"Srila Prabhupada ist der Gründer-siksa-Guru für alle ISKCON Devotees [...]
Srila Prabhupadas Anweisungen sind die wesentlichen Lehren für jeden ISKCON Devotee."
GBC Resolutions, Nr. 35, 1994)
"Im allgemeinen wird ein spiritueller Meister, der einen Schüler ständig in der spirituellen Wissenschaft unterweist, später auch sein einweihender spiritueller Meister."
(CC Adi, 1.35, Erläuterung)
"Es ist die Pflicht des siksa-guru oder diksa-guru, den Schüler richtig zu unterweisen, und es hängt von dem Schüler ab, den Vorgang zu befolgen. Den Anweisungen der sastras gemäß gibt es keinen Unterschied zwischen dem siksa-guru und dem diksa-guru, und im allgemeinen wird der siksa-guru später der diksa-guru."
SB, 4.12.32, Erläuterung)
7. "Wenn diksa und siksa dasselbe ist, warum solch einen Wirbel darum machen, daß Srila Prabhupada der diksa Guru ist?"
Die Verwirrung zwischen diksa und siksa Gurus entsteht, weil ihre Titel mit ihren Funktionen durcheinandergebracht werden. So wird manchmal angenommen, dass nur der siksa Guru siksa erteilen kann, nicht aber der diksa Guru. Der diksa Guru schult auch. Dies sollte offensichtlich sein, wie will er sonst divya jnana vermitteln?
Pradyumna: Guru-padasrayah. "Zuerst muß man Schutz bei den Lotosfüßen eines spirituellen Meisters suchen." Tasmat Krsna-diksadi-siksanam. Tasmat, "von ihm", Krsna-diksadi-siksanam, "man sollte Krsna-diksa, Einweihung, annehmen, und siksa."
Srila Prabhupada: Diksa bedeutet divya-jnanam ksapayati iti diksa. Was divya-jana, transzendentales Wissen erklärt, das ist diksa. Di, divya, diksanam. Diksa. So divya-jnana, transzendentales Wissen... Wenn du keinen spirituellen Meister akzeptierst, wie wirst du transzendental... Du wirst hier und dort belehrt und verschwendest aber nur deine Zeit.
Verschwendest Zeit für den Lehrer und verschwendest deine wertvolle Zeit. Deshalb solltest du von einem erfahrenen spirituellen Meister ausgebildet werden. Lies.
Pradyumna: Krsna-diksadi-siksanam.
Srila Prabhupada: Siksanam. Wir müssen lernen. Wenn man nicht lernt, wie wird man Fortschritt machen? Dann? (SP Konversation, 27/1/77, Bhubaneswar)
Dass die transzendentale siksa die Essenz von diksa ist, wird durch den sehr bekannten Vers über die Guru-Schüler-Beziehung (Bg. 4.34) offensichtlich. In diesem Vers ist das Wort 'upadeksyanti' in der Wort für Wort Übersetzung mit der Bedeutung 'einweihen' übersetzt [Anm.: dt. Übersetzung
1983 "zuteil werden lassen", engl. Original 1982 "initiate"]. Der Vers besagt, dass diese Einweihung vom Guru erfordert, 'Wissen zu offenbaren', und dass dies durch 'Nachfragen' des Schülers unterstützt wird. Daraus ergibt sich, dass die Verfechter von 'Prabhupada ist siksa nicht diksa', in einer selbstfabrizierten logischen Falle gefangen sind. Wenn Srila Prabhupada fähig ist 'Wissen zu offenbaren' wenn er nicht auf dem Planeten ist - dann muss er gemäß der Definition divya jnana vermitteln - transzendentales Wissen. Wenn Srila Prabhupada ein siksa Guru ohne die Notwendigkeit einer physisch anwesenden Wechselwirkung sein kann, warum dann nicht auch diksa? Es ist absurd zu argumentieren, dass Srila Prabhupada siksa vermitteln kann, wenn er nicht auf dem Planeten ist, wenn er aber als siksa Guru handelt, aber nicht siksa vermitteln kann, wenn wir seinen Titel ändern. Gerade die Tatsache, daß er ein siksa Guru sein kann, während er nicht auf dem Planeten ist, ist selbst ein Beweis, dass er zugleich auch diksa geben kann.
Einige Individuen machten den nächsten Schritt: sie argumentierten, dass Srila Prabhupada nicht einmal transzendentale siksa ohne einen physischen Körper geben kann. Wenn dies der Fall wäre, dann kann man sich nur wundern, weshalb Srila Prabhupada die Anstrengung unternahm, so viele Bücher zu schreiben und einen Verlag zu gründen, mit dem einzigen Zweck, diese Bücher für die nächsten zehntausend Jahre zu propagieren? Wenn es nicht mehr länger möglich ist, transzendentale Anweisungen aus Srila Prabhupadas Büchern zu erhalten, warum verteilen wir diese Bücher dann, und warum geben sich Leute immer noch rein aufgrund der Kraft dieser Bücher Krishna hin?
8. "Sagst du, dass Srila Prabhupada keine reine Gottgeweihte schuf?"
Nein. Alles was wir sagen, ist, dass Srila Prabhupada das ritvik-System einrichtete, um zu ermöglichen weiterhin einzuweihen. Ob nun Srila Prabhupada reine Gottgeweihte schuf oder nicht, ist für seine deutliche und unmissverständliche letzte Anweisung belanglos. Als Schüler ist es unsere Pflicht einfach den Anweisungen des Gurus zu folgen. Es ist unpassend, die Anweisung des Gurus aufzugeben und stattdessen zu spekulieren, wie viele reine Gottgeweihte es heute oder in Zukunft gibt oder geben wird.
Selbst wenn wir die schlimmste Möglichkeit annehmen, dass es gegenwärtig tatsächlich keine reine Gottgeweihten gibt, sollte man die Situation nach dem Verscheiden von Srila Bhaktisiddhanta Sarasvati betrachten. Nach fast 40 Jahren gab Srila Prabhupada zu verstehen, dass es nur einen von der Gaudiya Math kommenden autorisierten einweihenden acarya gab:
"Tatsächlich ist unter meinen Gottbrüdern niemand qualifiziert acarya* zu werden. [...] anstatt unsere Studenten und Schüler zu inspirieren, mögen sie diese vielmehr manchmal verunreinigen. [...] sie sind sehr kompetent, um unserem natürlichen Fortschritt zu schaden."
(SP Brief an Rupanuga, 28/4/74)
(* Srila Prabhupada verwendete die Wörter 'acarya' und 'Guru' auswechselbar)
"Ich werde einige Gurus ausbilden. Ich werde sagen, wer Guru ist, 'Nun wirst du acarya.'
[...] Du kannst betrügen, aber es wird nicht wirksam sein. Schau einfach unsere Gaudiya Matha an. Jeder wollte Guru sein. Ein kleiner Tempel und 'Guru'. Was für eine Art Guru?"
(SP Morgenspaziergang, 22/4/77)
Dies könnte als eine ablehnende Anklage von Srila Bhaktisiddhantas Predigtarbeit betrachtet werden. Wie auch immer, es würde extrem unklug sein zu argumentieren, dass Srila Bhaktisiddhanta ein 'Misserfolg' war. Von Srila Bhaktisiddhanta ist bekannt, dass er gesagt hat, wenn seine Mission nur einen einzigen reinen Gottgeweihten erzeugt, er sie dennoch als Erfolg betrachten würde.
In jedem Fall schließt die Implementierung eines ritvik-Systems nicht a priori die mögliche Existenz reiner Gottgeweihter aus. Es gibt verschiedene Szenarios, die leicht ritviks und reine Gottgeweihte in Einklang bringen:
_ Srila Prabhupada mag viele reine Gottgeweihte geschaffen haben, die nicht den Wunsch haben, diksa Gurus zu werden. Es gibt keinen Beweis um daraus schließen zu können, dass die am meisten fortgeschrittenen Gottgeweihten in ISKCON notwendigerweise genau jene Individuen sind, die sich selbst jedes Jahr zur Wahl vorschlagen. Diese reinen Gottgeweihten mögen einfach wünschen, Srila Prabhupadas Mission demütig zu helfen.
Es wird nirgendwo behauptet, dass es für einen reinen Gottgeweihten zwingend ist, ein diksa Guru zu werden. Solche Personen würden damit zufrieden sein, im ritvik-System zu arbeiten, wenn dies die Anweisung ihres Gurus ist.
_ Srila Prabhupada mag sich eine große Anzahl von anweisenden Gurus gewünscht haben, aber nicht notwendigerweise noch mehr einweihende Gurus. Dies würde mit der vorher zitierten an jeden gerichtete Anweisung, ein siksa Guru zu werden, in Einklang stehen, und auch mit Srila Prabhupadas Warnung, nicht Schüler anzunehmen. Es würde auch mit der Tatsache übereinstimmen, daß Srila Prabhupada schon ohne fremde Hilfe den Erfolg seiner Mission geltend machte:
Gast: Planen sie einen Nachfolger [Anm.: sucessor] zu wählen?
Srila Prabhupada: Es ist schon erfolgreich. [Anm.: successful, ein Wortspiel]
Gast: Ich meine, da muss doch jemand sein, um die Sache zu handhaben.
Srila Prabhupada: Ja. Das bauen wir auf. Wir schaffen diese Gottgeweihten, die das handhaben werden.
Hanuman: Eine Sache fragt dieser Gentleman, er möchte wissen, ob dein Nachfolger genannt oder wird.
Srila Prabhupada: Mein Erfolg ist immer da. (SP Konversation, 12/2/75, Mexiko)
"Nach 80 Jahren kann niemand erwarten, lange zu leben. Mein Leben ist fast
beendet. Ihr müsst weitermachen, und diese Bücher werden alles bewirken." (SP
Konversation, 18/2/76)
"So, es gibt nicht neues zu sagen. Was auch immer ich sagen wollte, habe ich in
meinen Büchern gesagt. Nun versucht es zu verstehen und setzt eure Bemühungen fort. Ob ich nun gegenwärtig bin oder nicht gegenwärtig, macht keinen Unterschied." (SP Ankunftskonversation, 17/5/77, Vrindavan)
Reporter: Was wird mit der Bewegung in den Vereinigten Staaten geschehen, wenn sie sterben?
Srila Prabhupada: Ich werde niemals sterben.
Devotes: Jaya! Haribol! (lachen)
Srila Prabhupada: Ich werde aus meinen Büchern leben, und ihr werdet es nutzen.
(SP Pressekonferenz, 16/7/75, San Francisco)
Reporter: Bilden Sie einen Nachfolger aus?
Srila Prabhupada: Ja, mein Guru Maharaja ist da. (SP Pressekonferenz, 16/7/75, San Francisco)
"Nur Sri Caitanya kann meinen Platz einnehmen. Er wird sich um die Bewegung
kümmern." (SP Konversation, 2/11/77)
Interviewer: Was geschieht, wenn die unvermeidliche Zeit kommt, wo ein Nachfolger benötigt wird?
Ramesvara: Er fragt nach der Zukunft, wer wird die Bewegung in der Zukunft leiten?
Srila Prabhupada: Sie werden leiten, ich bilde sie aus.
Interviewer: Wird es trotzdem einen spirituellen Führer geben?
Srila Prabhupada: Nein. Ich bilde den GBC aus, 18 GBCs auf der ganzen Welt. (SP Interview, 10/6/76, Los Angeles)
Reporter: Erwarten sie, eine Person als ihren Nachfolger zu ernennen oder haben sie die Wahl schon getroffen?
Srila Prabhupada: Darüber denke ich jetzt nicht nach. Aber es gibt keine Notwendigkeit für eine gewisse Person. (SP Interview, 4/6/76, Los Angeles)
Interviewer: Ich fragte mich, ob er einen Nachfolger hat um ... Haben sie einen Nachfolger, um ihren Platz einzunehmen, wenn sie sterben?
Srila Prabhupada: Das steht noch nicht fest. Das steht noch nicht fest.
Interviewer: So, was ist im Gange? Werden die Hare Krsnas...
Srila Prabhupada: Wir haben Sekretäre bekommen. Sie werden verwalten. (SPInterview, 14/7/76, New York)
Die Tatsache, daß Srila Prabhupada seine Schüler nicht autorisierte, als diksa Guru zu handeln, bedeutet nicht notwendigerweise, dass keiner von ihnen ein reiner Gottgeweihter war. Es könnte einfach sein, dass es in Krishnas Plan nicht notwendig für sie war, eine solche Rolle anzunehmen. Trotzdem haben die Nachfolger von Srila Prabhupada eine wichtige Rolle zu spielen, genau so als er auf dem Planeten physisch gegenwärtig war. Dies bedeutet, als seine Assistenten zu handeln, nicht als Nachfolge-acaryas:
"Die GBCs sollten alle die anweisenden Gurus sein. Ich bin der einweihende Guru, und ihr sollt die anweisenden Gurus sein, indem ihr lehrt, was ich lehre und macht, was ich mache." (SP Brief an Madhudvisa, 4/8/75)
"Manchmal ist ein diksa Guru nicht immer gegenwärtig. Deswegen kann man Lehren und Anweisungen von einem fortgeschrittenen Gottgeweihten annehmen. Das wird siksa Guru genannt." (SP BG. Vortrag, 4/7/74, Honolulu)
So ist die Frage nicht, ob Srila Prabhupada einige reine Gottgeweihte schuf, sondern die Tatsache, dass er das ritvik-System ins Leben rief. Obwohl der diksa Guru heute nicht physisch gegenwärtig ist, bedeutet dies nicht, dass Srila Prabhupada nicht der diksa Guru ist. In seiner Abwesenheit wird von uns erwartet, Anweisungen von einem echten siksa Guru anzunehmen, von denen es schließlich Millionen geben mag.
9. "Solange ein Guru streng folgt, spielt es keine Rolle, wie fortgeschritten er ist, er wird schließlich qualifiziert werden und seine Schüler zurück zu Gott bringen."
Wie zuvor besprochen, muss man, um als diksa Guru zu handeln, zuerst die höchste Ebene des hingebungsvollen Dienstes, nämlich maha-bhagavata, erlangen, und dann vom vorhergehenden acarya autorisiert werden um einweihen zu können. Die obige "ungedeckter-Scheck-Guru-Philosophie" ist eine beleidigende Spekulation, wie das folgende Zitat veranschaulicht:
"Obwohl Prthu Maharaja tatsächlich eine Inkarnation der Höchsten Persönlichkeit Gottes war, lehnte er die ihm dargebrachten Lobeshymnen ab, weil die Eigenschaften der Höchsten Person noch nicht in ihm sichtbar waren. Er wollte betonen, dass jemand, der diese Eigenschaften nicht tatsächlich besitzt, nicht versuchen sollte, seine Anhänger und Geweihten dazu zu bringen, ihn für solche Eigenschaften zu lobpreisen, obwohl diese Eigenschaften erst in der Zukunft sichtbar werden mögen. Wenn jemand, der die Eigenschaften einer großen Persönlichkeit nicht tatsächlich besitzt, seine Anhänger veranlasst, ihn zu lobpreisen, in der Erwartung, solche Eigenschaften würden sich in der Zukunft allmählich entwickeln, ist diese Art von Lobpreisung im Grunde eine Beleidigung." (SB, 4.15.23, Erläuterung)
So wie es eine Beleidigung wäre einen blinden Mann als "Lotosäugiger" anzusprechen. Teilweise bedingte Seelen als 'so gut wie Gott' (GII, Seite 15, Punkt 8) anzusprechen, ist eine ähnliche Beleidigung; nicht nur gegenüber der falsch geschmeichelten Person, sondern auch gegenüber der reinen Schülernachfolge tatsächlich selbstverwirklichter Seelen, bis hin zur Höchsten Persönlichkeit Gottes Selbst.
'Streng folgen' ist der Vorgang, durch den ein Schüler fortschreitet, nicht eine Qualifikation an sich. Oft verwechseln Devotees den Vorgang mit der Qualifikation, manchmal predigen sie sogar, dass dies ein und dasselbe wäre. Nur weil jemand streng folgt, bedeutet dies nicht, er ist ein maha-bhagavata, oder dass er von seinem eigenen spirituellen Meister gebeten wurde einzuweihen; und wenn ein Schüler tatsächlich beginnt einzuweihen, bevor er ordentlich qualifiziert und autorisiert ist, dann folgt er auch sicherlich nicht den Regeln der Schülernachfolge.
Manchmal zitieren Devotees den Vers 5 aus dem Nektar der Unterweisung (Erläuterung), um zu beweisen: 'ein Vaisnava-Neuling oder ein Vaisnava auf der Zwischenstufe kann ebenfalls Schüler annehmen...' Aus einigen Gründen bemerken sie aber nicht, dass der Rest des Satzes die Schüler von solchen Gurus warnt, 'daß sie unter seiner unzulänglichen Führung keine sehr großen Fortschritte auf dem Pfad zum endgültigen Ziel des Lebens machen können.'
Darauf wird gesagt:
"Ein Schüler soll daher darauf achten, einen uttama-adhikari als spirituellen Meister anzunehmen." Unqualifizierte Gurus werden ebenso gewarnt:
"Man soll nicht spiritueller Meister werden, solange man nicht die Ebene des uttama adhikari erreicht hat." (Der Nektar der Unterweisung, Vers 5, Erläuterung, Seite 49)
Wenn ein Guru nur 'unzulängliche Führung' anbietet, kann er gemäß der Definition nicht diksa Guru sein, da dies die Vermittlung des vollständigen divya-jnana erfordert. 'Unzulänglich' bedeutet - nicht genug. Es ist sehr offensichtlich, dass einweihende Gurus, die einem nicht helfen können, 'gute Fortschritte zu machen', wahrscheinlich allesamt am besten gemieden werden sollten.
10. "Definitionsgemäß bedeutet das ritvik-System das Ende der Schülernachfolge."
Die Schülernachfolge oder Guru parampara ist ewig; es gibt keine Frage ihres Stehenbleibens.
Gemäß Srila Prabhupada wird die Sankirtan-Bewegung (und daher ISKCON) nur für die nächsten 9500 Jahre existieren. Verglichen mit der Ewigkeit sind 9500 Jahre nichts, ein bloßes Echozeichen in der kosmischen Zeit. Dies scheint der Zeitabschnitt zu sein während dem Srila Prabhupada als die 'gegenwärtige Verbindung' in ISKCON verbleiben soll, bis er oder Krishna die Anweisung vom 9. Juli rückgängig machen oder ein externer Umstand das Befolgen der Anweisung unmöglich macht (wie etwa eine totale thermonukleare Vernichtung). Frühere acaryas blieben für lange Zeitperioden gegenwärtig, Tausende (Srila Vyasadeva) oder sogar Millionen von Jahren (siehe Zitat unten). Wir sehen keinen Grund, weshalb die Dauer von Srila Prabhupadas Herrschaft als 'gegenwärtige Verbindung', selbst wenn sie sich bis hin zum Ende der Sankirtan- Bewegung hinzieht, irgendein besonderes Problem darstellen soll.
"Bezüglich dem System der parampara: große Lücken sind nicht verwunderlich [...] wir finden in der Bhagavad-gita, daß die Gita dem Sonnengott gelehrt wurde, vor vielen Millionen Jahren, doch Krishna erwähnte nur drei Namen in diesem System der parampara - nämlich Vivasvan, Manu und Iksvaku; und so hindern diese Lücken nicht, das System der parampara zu verstehen. Wir müssen die prominenten acaryas annehmen, und ihnen folgen [...] Wir müssen die Autorität des acaryas anerkennen, zu welcher sampradaya wir auch gehören." (SP Brief an Dayananda, 12/4/68)
Die Anweisung vom 9. Juli ist wichtig, da sie bedeutet, dass Srila Prabhupada der prominente acarya, zumindest für die Mitglieder der ISKCON, so lange wie die Gesellschaft besteht, sein soll.
Nur das direkte Eingreifen von Srila Prabhupada oder Krishna kann die letzte Anweisung widerrufen (solches Eingreifen muss mindestens so klar und unmissverständlich sein, wie es eine unterschriebene Anweisung ist, die an die gesamte Gesellschaft gesendet wird). Bis eine gegenteilige Anweisung gegeben wird, wird die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes weiterhin direkt von Srila Prabhupada an nachfolgende Generationen seiner Schüler vermittelt.
Da dies ein gewöhnliches Phänomen in unserer Schülernachfolge ist, gibt es keinen Grund, um Alarm zu geben. Die Nachfolge kann nur als 'beendet' betrachtet werden, wenn die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes verloren gegangen ist. In solchen Fällen erscheint gewöhnlich Sri Krishna Selbst, um die Prinzipien der Religion wieder zu etablieren. Solange Srila Prabhupadas Bücher im Umlauf sind, sollte diese 'Wissenschaft' lebhaft intakt verbleiben und vollkommen zugänglich sein.
11. "Das ritvik-System bedeutet ein Ende der Guru-Schüler Beziehung, die seit Tausenden von Jahren die Tradition gewesen ist."
Das ritvik-System verbindet eine potentiell unbegrenzte Anzahl von aufrichtigen Schülern mit dem größten acarya, der jemals die Erde gesegnet hat, nämlich Srila Prabhupada. Diese Schüler werden eine Beziehung mit Srila Prabhupada haben, die auf dem Studium seiner Bücher und ihm in seiner Gesellschaft dienen basiert, wobei es reichlich Gelegenheit für die Existenz einer unbegrenzte Anzahl von siksa Guru-Schüler Beziehungen gibt. Auf welche Weise ist dies das Ende der Tradition der Guru-Schüler Beziehungen?
Die Details wie diksa Guru-Schüler Beziehungen formell eingegangen werden, mag von einem acarya gemäß Zeit, Ort und Umständen angepasst werden, doch das Prinzip verbleibt das gleiche:
"Srimad Viraraghava Acarya, ein acarya in der Schülernachfolge der Ramanujasampradaya, hat in seinen Kommentaren bemerkt, daß candalas oder bedingte Seelen, die in Familien geboren sind, die noch unter den sudras stehen, ebenfalls den Umständen entsprechend eingeweiht werden können. Die Formalitäten können hier und dort leicht geändert werden, um sie zu Vaisnavas zu machen." (SB, 4.8.54, Erläuterung)
Ähnlich ist das Prinzip, Einweihung von einem echten spirituellen Meister anzunehmen, in keiner Weise von dem ritvik-System vermindert oder gefährdet.
Einige Leute verweisen auf traditionelle Gurus, die in indischen Dörfern leben, als ein Modell für ISKCON. Jeder Guru hat ein paar Schüler, die er persönlich ausbildet. Wie romantisch sich dies auch anhören mag, es hat nicht das geringste mit der weltweiten Mission, die Sri Caitanya vorhersagte und Srila Prabhupada etablierte, zu tun. In dieser Mission ist Srila Prabhupada der Welt-acarya, mit Tausenden und möglicherweise Millionen von Schülern. Srila Prabhupada gründete eine Weltmission, durch die jeder überall auf der Welt 'sich nähern', 'dienen' und 'sich erkundigen' kann. Warum sollten wir ein Dorfguru-System in der ISKCON einführen wollen, wenn es nicht das war, was Srila Prabhupada zu erstellen befohlen hat?
Wenn jeder über Hunderte verschiedene Gurus mit verschiedenen Sichtweisen, Meinungen und Ebenen der Verwirklichung meditiert, wie kann da Einheit sein? Wie wir demonstriert haben, gab uns Srila Prabhupada anstatt dieser Glückstreffer-Annäherung an spirituelles Leben, ein praxisbewährtes und getestetes System, welches die direkte Zuwendung an ihn (der hundertprozentig garantiert ist) erleichtert. Wir wissen, dass er uns nie im Stich lassen wird, und auf diese Weise wird ISKCON einig verbleiben, nicht nur dem Namen nach, sondern im Bewusstsein.
Einige Anhänger glauben, dass ohne eine Nachfolge von lebenden, physisch gegenwärtigen, einweihenden diksa Gurus, die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes verloren gehen wird.
Allerdings ist dieses Prinzip nicht einmal ein einziges Mal von Srila Prabhupada bestätigt worden, und kann so nicht in unserer Philosophie existieren. Solange das ritvik-System in Kraft bleibt (natürlich nachdem es wieder in Gang gesetzt wurde), wird es eine Nachfolge lebender siksa Gurus geben, die im Namen eines lebenden, obwohl nicht physisch gegenwärtigen, mahabhagavata handeln. Solange diese siksa Gurus nicht irgendetwas ändern, Philosophie erfinden, wichtige Anweisungen ablehnen und sich selbst ohne Autorisierung als diksa Gurus ausgeben, wird die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes vollkommen intakt verbleiben. Wenn solche Abweichungen die unvergängliche Wissenschaft des bhakti behindern würden, dann würde Krishna sicherlich auf irgendeine Weise eingreifen, vielleicht indem er wieder einen
Einwohner Golokas sendet, um eine neue echte Gesellschaft zu gründen. Lasst uns zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass dies nicht notwendig sein wird.
12. "Ritvik ist nicht der reguläre Weg, die Schülernachfolge fortzusetzen. Der richtige Weg dies zu tun ist für den Guru, dem Schüler alles was er über Krishna wissen muss beizubringen, während er physisch gegenwärtig ist. Sobald der Guru den Planeten verlässt, ist es die Pflicht all seiner strikten Schüler, sofort damit zu beginnen, ihre eigenen Schüler einzuweihen und so die Schülernachfolge fortzusetzen. Dies ist der 'reguläre' Weg, dies zu tun."
Wenn wir die zwei wichtigen Vorbedingungen, um jemanden einzuweihen, beiseite lassen, ist es klar, dass diksa-Tätigkeiten in unserer parampara enorm verschieden sind. Wir haben beobachtet, dass viele Verstöße gegen das sogenannte 'reguläre' System in fünf grundlegende Kategorien fallen, obwohl wir nicht ablehnen, dass es noch viele andere geben kann:
1. Lücken:
Dies sind all die Zeitpunkte, wenn ein acarya in der parampara verscheidet und es keine nächste Verbindung gibt, die sofort beginnen kann neue Schüler einzuweihen. Oder die Person, welche die nächste Verbindung werden wird, erhält nicht sofort die Autorisierung des spirituellen Meisters direkt nach seinem Verscheiden einzuweihen. Zum Beispiel gab es eine Lücke von etwa zwanzig Jahren zwischen dem Verscheiden von Srila Bhaktisiddhanta und der nächsten echten Einweihung in unserer sampradaya. Lücken von mehr als hundert Jahren sind nicht ungewöhnlich bei den Mitgliedern der Schülernachfolge.
2. Umgekehrte Lücken:
Dies sind all die Zeitpunkte, wenn ein acarya noch nicht seinen Körper verlassen hat, bevor seine Schüler mit dem Einweihen beginnen. Brahma zum Beispiel hat seinen Körper noch nicht verlassen, dennoch haben Generationen von nachfolgenden Gurus Millionen und Millionen von Schülern eingeweiht. Srila Bhaktisiddhanta weihte ein, als Srila Bhaktivinoda und Srila Gaura Kisora noch physisch gegenwärtig waren. Gemäß GII (Seite 23) ist dies ein allgemeines Phänomen in unserer sampradaya.
3. Siksa / diksa Verbindungen: Es gibt Fälle, wo ein Schüler einen acarya als seinen wichtigsten spirituellen Meister akzeptiert, nachdem dieser den Planet verlassen hat. Ob der verstorbene acarya ein siksa oder diksa Guru für seinen Schüler ist, ist oft schwer zu erkennen. Srila Prabhupada bestimmt im allgemeinen nicht die genaue Natur dieser spirituellen Wechselwirkungen. Zum Beispiel die genaue Natur der Beziehung zwischen Srila Visvanatha Cakravarti Thakura und Narottama dasa Thakura, die über einhundert Jahre voneinander getrennt lebten, wird von Srila Prabhupada nicht ausgeführt. Wir mögen es eine siksa Beziehung nennen wollen, doch das ist Spekulation, da Srila Prabhupada einfach sagt:
"... Srila Narottama dasa Thakura, der seinerseits Srila Visvanatha Cakravarti als seinen Schüler annahm." (CC Adi, 1)
"... Visvanatha Cakravarti Thakura. Er akzeptierte seinen Guru, Narottama dasa Thakura."
(SP SB Vortrag, 17/4/76, Bombay)
Obwohl solche Schüler normalerweise an einer Art von Zeremonie mit jemandem, der physisch gegenwärtig ist, teilnehmen, mag dies dennoch den verstorbenen acarya nicht daran hindern, deren diksa Guru zu sein; so wie eine ritvik-Zeremonie nicht bedeutet, dass der ritvik oder Tempelpräsident der diksa Guru ist. Auch erhielten solche Schüler normalerweise die Erlaubnis von einer Autorität, die physisch gegenwärtig war, um einen sat Guru zu akzeptieren, der dies nicht war. Auf ähnliche Weise - wäre das ritvik-System wieder in Gang gesetzt, würden neue Schüler von Srila Prabhupada zuerst die Anerkennung des Tempelpräsidenten und des ritviks erhalten, bevor sie eingeweiht werden.
4. Art der Einweihung:
Dies sind ungewöhnliche Arten der Einweihung, wo einmalige oder unbegreifliche Arten der Vermittlung von diksa vorkamen. Zum Beispiel Sri Krishna an Brahma; oder Sri Caitanya, der in das Ohr eines Buddhisten flüstert. Interplanetare diksa mag ebenso unter diese Kategorie fallen.
Dies ist der Fall, wenn Persönlichkeiten, die auf einem anderen Planeten leben, einen Schüler einweihen oder diksa vermitteln, zum Beispiel Manu an Iksvaku in der Bhagavad-gita (4.1).
5. Nachfolgesysteme:
Dies bezieht sich auf unterschiedliche Nachfolge-acarya-Systeme in unserer Sampradaya. Zum Beispiel Srila Bhaktivinoda nahm ein 'machtvoller Vaishnava-Sohn' Nachfolgesystem an. Srila Bhaktisiddhanta verblieb mit einem 'selbstleuchtenden acarya' Nachfolgesystem. Soweit wir ermitteln können, entschied sich Srila Prabhupada für ein 'amtierendes acarya' Nachfolgesystem.
Das vom GBC unterstützte System ist ein 'multiples acarya' Nachfolgesystem.
Es ist klar, dass die Methode jedes acaryas ziemlich einmalig ist; über ein 'reguläres' System, um die parampara fortzusetzen, zu sprechen, ist praktisch bedeutungslos.
13. "Wenn wir das ritvik-System annehmen, was würde uns daran hindern,
Einweihung von irgendeinem vorherigen acarya, wie Srila Bhaktisiddhanta, zu erhalten?"
Zwei Dinge verhindern, dass dies eine echte Möglichkeit ist:
1. Srila Bhaktisiddhanta und andere vorherige acaryas autorisierten nicht ein ritvik-System, welches 'fortan' gelten soll.
2. Wir müssen uns der aktuellen Verbindung nähern:
"Um die wahre Botschaft des Srimad-Bhagavatam zu empfangen, sollte man das
verbindende Glied [Anm.: current link] , den spirituellen Meister, in der
Schülernachfolge aufsuchen." (SB, 2.9.7, Erläuterung)
Es ist offensichtlich, dass Srila Prabhupada der sampradaya acarya ist, der Srila Bhaktisiddhanta nachfolgt. Srila Prabhupada ist deshalb unsere aktuelle Verbindung und ist so die richtige Person, die für Einweihung aufzusuchen ist.
14. "Um die aktuelle Verbindung zu sein, muss man physisch gegenwärtig sein."
Srila Prabhupada legte niemals die obige Verfügung fest.
Darum lasst uns folgendes betrachten: Kann ein spiritueller Meister 'aktuell' sein, wenn er physisch abwesend ist?
1. Der Ausdruck 'aktuelle Verbindung' [Anm.: current link] wird in nur einem Abschnitt in allen Büchern von Srila Prabhupada verwendet; es gibt keinen Verweis auf physische Gegenwart, der sich auf diesen Ausdruck bezieht. Wenn physische Gegenwart wesentlich wäre, dann würde sie sicherlich erwähnt worden sein.
2. Die Definition des Wortes 'aktuell' bezieht sich nicht auf physische Anwesenheit.
3. Die Definition des Wortes 'aktuell' kann ohne weiteres auf einen physisch abwesenden spirituellen Meister und seine Bücher angewendet werden.
Current = 'most recent', 'commonly known, practised or accepted', 'widespread',
'circulationg and valid at present'. (Collins English Dictionary)
[Anm.: aktuell = 'im augenblicklichen Interesse liegend', 'zeitgemäß' (Duden)]
4. Der Sinn, die 'aktuelle Verbindung' aufzusuchen, kann durch das Lesen von Srila Prabhupadas Büchern vollständig erfüllt werden:
"Um die wahre Botschaft des Srimad-Bhagavatam zu empfangen, sollte man das
verbindende Glied [Anm.: current link] , den spirituellen Meister, in der
Schülernachfolge aufsuchen." (SB, 2.9.7, Erläuterung)
5. Srila Prabhupada verwendet auch den Ausdruck 'unmittelbarer acarya' [Anm.: immediate acarya] gleichbedeutend mit 'aktuelle Verbindung'. Das Wort 'unmittelbar' bedeutet: immediate = 'without intervening medium', 'closest or most direct in effect or relationship' (Collins English Dictionary)
Diese Definition verleihen einer direkten Beziehung mit Srila Prabhupada - ohne die Notwendigkeit von Mittelsmännern – Gültigkeit; wider alles ungeachtet der physischen Gegenwart/Abwesenheit.
6. Da es Beispiele von Schülern gibt, die einweihten, als ihr Guru noch auf dem Planeten war, scheint es keine direkte Beziehung zwischen dem Status der aktuellen Verbindung und der physischen Gegenwart/Abwesenheit zu geben. Mit anderen Worten, wenn es möglich ist, die nächste aktuelle Verbindung zu sein, selbst während der eigene Guru physisch gegenwärtig ist, warum sollte es nicht einem abgereisten acarya möglich sein,die aktuelle Verbindung zu bleiben?
Schlussfolgernd sehen wir keinen Beweis um darauf schließen zu lassen, dass eine aktuelle Verbindung auf physischen oder nicht physischen Überlegungen basiert.